Die Grenz­gän­ger: „Die ver­schol­le­nen Lieder“

ein Kon­zert im Rah­men des Fest­jah­res 321‑2021: 1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutschland

Sams­tag | 6.11.2021 | 20 Uhr | Ein­lass ab 19 Uhr
Ein­tritt: VVK 16 € / AK 19 € / mit KUKUK 1 €

Die Grenz­gän­ger spie­len Lie­der aus der wech­sel­vol­len deutsch-jüdi­schen Geschich­te: aus dem Wider­stand und den Lagern und Gefäng­nis­sen des deut­schen Faschis­mus. Zusam­men­ge­tra­gen haben sie die­se Lie­der in ihrem viel gelob­ten Album “Und weil der Mensch ein Mensch ist”. Sie fol­gen den Spu­ren von Inge Lam­mel, die 1939 als jun­ges Mäd­chen mit einem Kin­der­trans­port aus Nazi-Deutsch­land floh, in der DDR Lie­der aus dem Wider­stand sam­mel­te und spä­ter das Bun­des­ver­dienst­kreuz ver­lie­hen bekam. Und sie inter­pre­tie­ren Fund­stü­cke aus der Samm­lung demo­kra­ti­scher Volks­lie­der von Wolf­gang Stei­nitz, der aus einer Bres­lau­er jüdi­schen Fami­lie stam­mend zu einem der wich­tigs­ten Wie­der­ent­de­cker ver­schüt­te­ter sozi­al­kri­ti­scher Volks­lied­tra­di­tio­nen in Deutsch­land und zum Weg­be­rei­ter des deut­schen Folk-Revi­vals in BRD und DDR wurde.

Die Grenz­gän­ger zäh­len laut Deutsch­land­ra­dio Kul­tur zu den gro­ßen Aus­nah­men im Musik­ge­schäft: Fünf­mal gab es bis­her den Preis der deut­schen Schall­plat­ten­kri­tik, etli­che Male waren sie auf Platz eins der Lie­der­bes­ten­lis­te und für das Goe­the-Insti­tut unter­wegs in Halb-Europa.Ihr Metier ist das deutsch­spra­chi­ge Volks­lied, als münd­lich über­lie­fer­te “Geschich­te von unten”, in deut­li­cher Abgren­zung zum volks­tüm­li­chen Schla­ger. Auf­bau­end auf der Arbeit von Volks­lied­for­schern und Volks­lied­samm­lern wie Wolf­gang Stei­nitz und Inge Lam­mel und Musi­kern wie Peter Roh­land, Han­nes Wader, Lie­der­jan u. a. haben sie in den letz­ten 30 Jah­ren ein ein­zig­ar­ti­ges Werk und einen ganz beson­de­ren Sound geschaf­fen.
In der aktu­el­len Beset­zung klin­gen die Grenz­gän­ger so druck­voll und vir­tu­os wie sel­ten, Fre­de­ric Drobnjak an der Gitar­re spielt im Sti­le eines Djan­go Rein­hardt groß auf, Felix Kroll zau­bert am Akkor­de­on ein gan­zes Orches­ter auf die Büh­ne, Annet­te Ret­tich berührt am Cel­lo und ver­schmilzt mit der Stim­me von Micha­el Zach­cial, der auf unver­wech­sel­ba­re Art die alten Lie­der mit dem Hier und Jetzt verbindet.

Die­se Ver­an­stal­tung ist ein­ge­bun­den in das bun­des­wei­te Fest­jahr #2021JLID, das der Ver­ein „321‑2021: 1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutsch­land e.V.“ mit sei­ner Geschäfts­stel­le in Köln orga­ni­siert und koordiniert.

Hin­ter­grund ist, dass der römi­sche Kai­ser Kon­stan­tin am 11. Dezem­ber 321 ein Edikt erließ. Die­ses Gesetz besag­te, dass Juden städ­ti­sche Ämter in den Kuri­en, den römi­schen Stadt­rä­ten, beklei­den durf­ten und soll­ten. Das Edikt Kon­stan­tins, das in einer Abschrift in der Biblio­thek des Vati­kans auf­be­wahrt wird, ist somit das frü­hes­te schrift­li­che Zeug­nis über jüdi­sches Leben in Mit­tel- und Nord­eu­ro­pa. Es belegt, dass jüdi­sche Gemein­den bereits seit der Spät­an­ti­ke wich­ti­ger inte­gra­ti­ver Bestand­teil der euro­päi­schen Kul­tur sind. Im Jahr 2021 leben Jüdin­nen und Juden also nach­weis­lich seit min­des­tens 1700 Jah­ren auf dem Ter­ri­to­ri­um des heu­ti­gen Deutschlands.


Auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie sind Abstands­re­geln und Hygie­ne­ge­bo­te ein­zu­hal­ten.
Des­halb ist eine Kar­ten­re­ser­vie­rung
unter info@piesberger-gesellschaftshaus.de
erfor­der­lich.
Nen­nen Sie bit­te die Namen, Adres­sen und Tele­fon­num­mern aller, die Sie anmel­den möch­ten!
Ande­ren­falls könn­ten wir Sie lei­der nicht einlassen.

 

Geför­dert im Rah­men des Fest­jah­res 321‑2021: 1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutsch­land durch die Stif­tung Mercator